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Wettbewerb Seepark Körbecke

Ergebnis
3. Preis
Entscheidung 07/2012
Auslober Gemeinde Möhnsee
Partner -
Mitarbeiter Anne Raußendorf, Björn Reinhardt


Seepark Körbecke - 3. Preis (07/2012)

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Der Möhnesee wird im Rahmen der REGIONALE 2013 zum „Aktiv-See“ ausgebaut. Die Umgestaltung des Seeparks Körbecke ist dabei das wichtigste Projekt.
Wir wollen einen markant gestalteten „Generationenpark“ mit hoher Attraktivität und Aufenthaltsqualität entwickeln, der die Vielzahl von Angeboten für Freizeitsport und Erholung zu einem sich ergänzenden, komplexen „Aktionsparcours“ kombiniert. Dazu wird die gesamte Anlage gestalterisch aufgewertet, vorhandene Einrichtungen neu geordnet, ergänzt und sinnvoll miteinander verbunden.

Generationen übergreifend
Der Park soll eine ausgewogene Angebotspalette für Gymnastik, Spiel und Sport für Kinder, Erwachsene und Senioren bieten. Unser Hauptanliegen ist es dabei, die Nutzergruppen nicht zu trennen, sondern fließende Übergänge zu schaffen. Jung und Alt können sich so miteinander an der frischen Luft betätigen und erholen. Der Seepark wird zum Modellprojekt eines nutzungsoffenen „Generationenparks“, der möglichst viele Ansprüche berücksichtigt.

Aktion, Erholung, Information
Der Park erhält drei Zonierungen: Ein Gürtel aus zellenförmigen „Clustern“ rahmt wie eine Inselkette einen weitgehend freien mittleren Bereich. Im westlichen Parkteil sind die „Aktionscluster“ mit vielfältigen Aktionsangeboten belegt. Östlich der Flussmündung bieten als Gegenpol die „Erholungscluster“ Angebote zur ruhigen Erholung und Entspannung. Die mittige, nur locker baumüberstandene offene Parkflächen ist weitgehend frei von Nutzungen und offeriert eine Vielzahl an individuell interpretier- und nutzbaren Freiräumen. Hier sind auch unterschiedlichste Veranstaltungen denkbar. Im nördlichsten Wiesencluster steht ein prägnanter Neubau ganz im Zeichen der Besucherinformation.

Vernetzung
Die Grundstruktur des Parks löst sich bewusst von der üblichen Formensprache. Wir entwickeln sie aus der umgebenden Bebauungsstruktur und der vorhandenen organischen Erschließung und schaffen so eine unverwechselbare Identität. Wie eine „Keimzelle“ markiert die St. Pankratius-Kirche mit dem organisch geformten, grünen Kirchplatz die Ortsmitte. Von dort aus erstreckt sich bis zum Seepark eine zellenförmige Bebauungsstruktur. Auch der bisher als Kurpark bezeichnete Bereich wird durch drei ringförmige Wege erschlossen. Diese charakteristische Formen- und Erschließungsstruktur wird konsequent gestärkt und fortgesetzt. Dadurch entsteht ein Erschließungsnetz, das dem Park ein eigenständiges Erscheinungsbild gibt und ihn mit der Ortsmitte und den angrenzenden Bebauungsarealen eng und wie selbstverständlich verwebt.

Flexible Nutzung / Ausbaustufen
Es entstehen unterschiedliche „Cluster“ mit jeweils einem ganz eigenen Charakter und einer klar zugeordneten Funktion. Sie schaffen Übersichtlichkeit und Orientierung. Gleichzeitig entstehen spannungsreiche Raumfolgen, die geprägt sind von Dynamik, Enge und Weite, Licht und Schatten. Die einzelnen Cluster stehen jeweils für sich und bilden dennoch den Teil eines Ganzen, das miteinander verwoben ist und sich gegenseitig stärkt. Es entsteht ein flexibles und robustes Raumgerüst, das in mehreren Stufen realisiert werden kann, sich an wandelnde Bedürfnisse anpasst und mit Hilfe von Investoren und privatem Engagement durch neue Inhalte und Funktionen ergänzt werden kann.

Erschließung
Das Erschließungsnetz im Park erfolgt weitgehend auf bereits vorhandenen Wegetrassen. Die Wege werden saniert und stellenweise erweitert oder ergänzt. Die Hauptwege aus Asphalt erhalten eine neue Beschichtung aus Splittmastix mit farbigen Mineralstoffen. Dadurch entsteht ein zellenförmiger, materialhomogener Erschließungslayer aus hellen Asphaltbelägen, der die innere Erschliessungsstruktur des Parks herstellt und diesen selbstverständlich mit den weiterführenden Promenaden- und angrenzenden öffentlichen Erschließungsbereichen vernetzt. Untergeordneter Wege erhalten eine wassergebundene Decke.
Die Erschließung für PKW erfolgt für das gesamte Gebiet über die Brückenstraße, von der aus auch der Parkplatz erreichbar ist. Dieser (rund 300 Plätze) bleibt erhalten, der Caravan-Parkplatz mit rund 20 Plätzen wird an die Brückenstraße auf das Gelände der ehemaligen Gärtnerei verlegt. Über den Börnigeweg sind auch zukünftig alle Einrichtungen im Park wie der Yachtclub Seecafé und das Strandbad erreichbar. Am Eingangsplatz (Kreuzungspunkt Seestraße/Brückenstarße) liegt die ÖPNV-Haltestelle „Seestraße“. Für Fußgänger ergeben sich mehrere Zugänge: über die Fortsetzung der Seepromenade (Ost und West) oder über alle Richtung Süden verlaufenden Straßen aus der Innenstadt.

Uferbereich / Seepromenade
  Die Seepromenade erhält einen urbaneren Charakter. Sie wird zwischen Seebrücke und Balance-Park aufgewertet und auf 5 Meter verbreitert. Damit ist zukünftig auch eine konfliktfreie Nutzung durch Radfahrer gewährleistet. Entlang des ADAC-Grundstücks wird der Uferbereich entsprechend aufgeschüttet und in Richtung See verbreitert.
Der Asphaltbelag hebt sich durch ein seeseitiges, breites Plattenband von den anderen Parkwegen ab. Die Aufenthaltsqualität wird mit speziell entworfenen Bänken und an Schiffsmasten erinnernde Leuchten verbessert. Im Bereich des Bades entsteht ein großzügiger Wasserzugang mit Treppen, entlang der Promenade werden es immer wieder kleinere Wasserzugänge mit Trittstufen. Das Seecafé erhält eine großzügige Terrasse.

Informationscluster


Informationzentrum BLIZ
Das Besucherinformationszentrum (BIZ) und das Landschaftsinformationszentrum (LIZ) werden in einem neuen Gebäude (BLIZ) zusammen gefasst. Der markante Neubau bildet das „Herzstück“ des Parks und befindet sich am Eingangsplatz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Parkplatz. Das neue Gebäude rahmt zusammen mit dem Hotel Haus Griese den repräsentativen Eingangsplatz und bildet ein markantes Entree, das von der Brücken- bzw. Seestraße her gut sichtbar ist.
Der Standort am Parkeingang und die Bündelung der Funktionen Besucher-, Bildungs- und Informationszentrum, zentrale Touristeninformation sowie Gastronomiestandort erzielt Synergieeffekte und macht die Einrichtung zu einem starken, auch überregionalen Anziehungspunkt. Im Gebäude befindet sich neben den notwendigen Ausstellungs-, Tagungs- und Informationsräumen eine Cafeteria und die Verwaltung des Adventure-Golfplatzes. Vom zweistöckigen, modernen Gebäude aus wird der Blick zum See frei gehalten und inszeniert. Von hier erhalten Besucher einen ersten Überblick über den Park und seine Einrichtungen.
Der Ausstellungsbereich des LIZ wird durch einen Schaugarten und eine Außengastronomie ergänzt.

Möhnesee-Erlebnsipfad
Das BLIZ ist auch der Ausgangspunkt des „Möhnsee-Erlebnispfades“, der sich entlang der Mündung des Siepenbaches über die „Ruhecluster“ bis zur Seepromenade hinzieht. Dort werden in wegbegleitenden interaktiven Stationen die schutzwürdigen landschaftlichen Gegebenheiten spielerisch erlebbar. Der neu gestaltete Bereich des Quellbrunnens ist eine wichtige Station, ebenso der Biotopbereich an der Bachmündung. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Bedeutung des Möhnesees als Rast- und Überwinterunsgplatz von Wasservögeln. Zu diesem Thema werden vogelkundliche „Hör- und Sehstationen“ eingerichtet.

Aktivcluster

Spiel- und Trendsportcluster
Das heute vom ADAC genutzte Flurstück der Gemeinde Möhnesee wird öffentlich nutzbar und bietet Spielangebote für alle Altersstufen: Ein See-Spielplatz greift das Thema „Standgut“ auf und bildet eine Kletterlandschaft aus geschälten Hölzern, Netzen und einem „Schiffswrack“. Im „Jump-Garten“ erinnern in die Wiese gestreute Flächen an Pfützen, die mit Bodentrampolinen, Sprungbrettern und unterschiedlichen Hüpfplatten ausgestattet sind. Die Skateanlage wird hierher verlegt und als Bowl aus Spritzbeton modelliert. Sie ist auch für BMX-Räder nutzbar und erhält unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Eine Parkour-Anlage ergänzt das Angebot. So wird sie auch zum überörtlichen Anziehungspunkt.

Seebad
Die Badestelle erhält einen Sandbereich mit Strandkörben und einer Beachballanlage. Der Wasserzugang über eine Treppe wird erweitert. Über eine Steganlage ist ein Schwimm- und Badebereich auf einem Schwimmponton erreichbar. Er schwimmt relativ weit auf dem See, um unabhängiger von Wasserschwankungen zu sein. Der Schwimmbereich misst 25 x 25 m. Eine schwimmende Seesauna bildet auch im Winter einen Anziehungspunkt. Das Gebäude „Strandkorb“ wird umgebaut bzw. in der selben Kubatur neu errichtet und als „Strandlounge“, Kiosk und Biergarten genutzt. Es erhält Service-Einrichtungen wie Toiletten und Umkleiden. Das Nebengebäude im Norden wird als Lager und Verleih für Sportgeräte und Fahrräder genutzt, daneben entsteht ein Grillplatz.

Spielfeld-Cluster
Der Basketballplatz und drei Volleyballplätze werden im „Spielfeld-Cluster“ zusammen gelegt. Sie werden gerahmt durch Zuschauer- und Aufenthaltsbereiche.

Seecafé, Wassersportschule und Anleger Möhneseeschiffahrt
Das Seecafé wird gestalterisch aufgewertet und erhält eine attraktive Terrasse mit Seeblick. Der Angebotsschwerpunkt liegt im Unterschied zum „neuen Strandkorb“ bei Kaffee, Kuchen und kleineren Speisen mit gehobenem Niveau. Zusammen mit dem Yachtclub und dem Neubau der Wassersportschule entsteht ein sich sinnvoll ergänzendes Gebäudeensemble am Wasser. Der Anleger der Möhneseeschiffahrt wird hierher verlegt. Ein breiter Zugangssteg erhält beidseitig schmalere und abtrennbare Seitenstege mit Anlegern der Wassersportschule und des Yachtclubs.
Tenniscluster
Die Tennisanlage bleibt unverändert erhalten.
Wiesencluster
In der Mitte des Parks entstehen drei großzügige Wiesencluster. Der wertvolle Baumbestand bleibt erhalten. Das Areal wird allerdings von Aufwuchs befreit, um Sichtbeziehungen zum Wasser zu eröffnen. Der Bereich kann als Liege- und Spielwiese genutzt werden. Auch eine temporäre Nutzung für Feste und Veranstaltungen ist möglich.
Adventure-Minigolf
Die Anlage wird in die Parklandschaft integriert, nur einzelne Bahnen werden zugunsten einer großzügigen offenen Wiesenflächeverlagert.
Campingplatz und Yachtschule (ADAC)
Der Campingplatz und die Yachtschule des ADAC bleiben erhalten. Die Anleger in diesem Bereich bleiben über das großzügige Wegenetz erreichbar.

Erholungscluster – der Balance-Park

Wohlfühlinseln
Die drei vorhandenen Cluster des bisher als „Kurpark“ bezeichneten Parkteils und der nördlich anschließende „Waldcluster“ bilden den Ruhe- und Erholungsbereich. Rückzug und Naturerleben stehen hier im Vordergrund. Hier wird ein Teil des geplanten gebietsübergreifenden Gesundheitsparcours realisiert. In diesem Abschnitt schlagen wir „Wohlfühlinseln“ vor, die dem Wohlbefinden und der Entspannung dienen: ein Teegarten, ein modernes Kneipp-Becken und ein „Motorik-Garten“ mit Geräten, die die Geschicklichkeit und Beweglichkeit trainieren.
Waldcluster / Baumhäuser
Als Ergänzung zu den geplanten „neuen Wohnformen“ im Übernachtungsbereich wird im Waldcluster die Errichtung von Baumhäusern vorgeschlagen, die zur Übernachtung genutzt werden können. Für die Maßnahme ist ein privater Betreiber nötig. Eine Angliederung und Betrieb über das Hotel oder den Campingplatz wären dabei sinnvoll.
Seebühne
Im Süden liegt eine Seebühne mit Rasenstufen zum Wasser. Die schwimmende Bühne wird über ein Boot angefahren. Außerhalb von Veranstaltungen entsteht ein attraktiver Sitzplatz und Zugang zum Wasser.